Am Samstag dem 20. Juni 09 sollte es also starten - das große Projekt, FEZ Karate - Kanutour.
Alles lief wie geplant und bei Sonnenschein, guter Laune und genügend Bier im Gepäck ging's los. Vor allem unser Piratenboot mit Jens und Andreas, das immer wieder versuchte andere zu rammen und dann doch selbst im Ufer landete sowie die neidischen Blicke der anderen Bootsfahrer auf unsere gute Versorgung sorgten für Stimmung. Und so war es nicht verwunderlich, dass niemand an der dritten Kreuzung schon nach zwei Stunden ankommen wollte. Also fuhren wir unter der Führung von Kartenleserin Beate in die andere Richtung.
Doch genauso gut hätte man zur Voraussage der Strecke in einem Kaffeesatz lesen können, denn nach drei Stunden Fahrt endeten wir vor einer Mauer. Also Kommando zurück und die kleine Spree entlang, den kürzesten Weg zur Herberge. Doch der kürzeste ist nicht immer der schnellste. Vor allem nicht, wenn die eh schon müden Arme gegen einen starken Gegenstrom ankämpfen müssen, der die Kanus im scheinbar kleinsten Kanal des Spreewaldes immer wieder an die Ufer treibt.
Nach gefühlten fünf Stunden stehen wir dann erneut vor unpassierbaren Brücken und kämpfen mit dem immer kräftiger werdenden Strom. Aber schließlich sind wir ein Karate- und kein Ballettverein, also wird angepackt und die Kästen, vollen Rucksäcke und schweren Boote werden die Uferböschung raufgezogen und läppische 200 Meter weiter wieder ins Wasser gesetzt. Noch mehr Begeisterung kommt auf, als wir das Spielchen nach zirka 500 Metern noch einmal wiederholen dürfen. Doch auch hier gilt: Augen zu und durch! Und nach dem letzten Stück durch die Spree kommen alle zwar nass und halb tot, aber immerhin heil im Lager an.
Durch den ungeplanten Zeitverlust von sechs Stunden wird auch gleich angefangen zu grillen und mit Bier und Gitarre ans Lagerfeuer gesetzt. Hier sorgen ein paar rumänische und französische Studenten, ebenfalls mit Gitarre, für musikalische Unterstützung und so endete dieser entspannende Abend für den ein oder anderen, vom internationalen Duett gebannten FEZler, doch ein wenig später, als zunächst vermutet.
Verspannter hingegen ist dann der Morgen danach, als die Muskeln die Tortur des kleinen Ausflugs zu wiederholen scheinen. Aber nachdem alles eingepackt ist und auch der letzte sich die Zähne geputzt hat, geht es enthusiastisch Richtung Heimat. Da nun alle auf die Karten gucken, wird aus es auch tatsächlich nur eine Fahrt von drei Stunden und bis auf ein paar übereifrige Vorfahrer, die der Gruppe Kopfzerbrechen machen und kleine Abstecher zum Eis essen, verläuft alles nach Plan und jeder findet den Weg zurück.
Alles in allem also ein wahrer Erlebnisurlaub, aus dem man nicht nur vieles für die nächsten Jahre lernen kann, sondern den man auch (und sei es nur wegen der schmerzlich erinnernden Muskeln) nie vergessen wird!
Jan & Lu
Ein großes Dankeschön an Bernd, der die Vorbereitung und Organisation für unsere Kanutour übernommen hat!
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