Winterfahrt 2010 nach Jonsdorf

Der Hang gegenüber glitzert im gleißenden Sonnenschein als wir am Morgen aus den Fenstern der Jugendherberge in Jonsdorf schauen. Ein Sprung Rehe verzieht sich in den Wald. Und wir wandern endlich los. FEZ Karate kämpft sich an diesem wunderbaren Winterwochenende durch kniehohen verharschten Schnee, jedes Gramm zuviel rächt sich bitter beim Einbrechen durch die dünne Decke.

Trotzdem stürmen wir schon gegen Mittag die Burg Oybin. Wie ein verzaubertes Schneemärchen liegt sie im Sonnenschein. Und unser fürstlicher Blick von den Zinnen reicht über mehr als sieben Berge. Eine gute Stunde geben wir uns, erkunden Gänge, unterirdische Verließe, nasse Kellerlöcher, weit überhängende Felsnasen. Hübsch, wenn man hinter denselben unverhofft auf bekannte Gesichter stößt. Die meisten mit einem Lächeln im Gesicht. Mit kalten Ohren und Sonne im Herzen geht es weiter im Gänsemarsch durch den Winterwald, immer gen Tschechien. Ganz oben in der Kammbaude, dort, wo gleich der Grenzstein steht, gibt es endlich etwas zu essen. Und das ist jetzt, am frühen Nachmittag, auch bitter nötig. Schon lange waren auf dem steilen Anstieg Hunger-Gestöhn und Durst-Seufzer durch die klare Luft gewabert. Der Weg zurück in die Jugendherberge ist dagegen ein Klacks.

Heiße Duschen, trockene Socke eine bescheidene Bettstatt – so sieht das Nachmittagsprogramm für die Einen aus. Die Hartgesottenen machen sich auf zu Sachsens erstem Klettersteig am Nonnenfelsen. Nur, dass der wegen des vielen Eises geschlossen ist, kann uns davon überzeugen, dass ein warmes Getränk in der Baude auf dem Nonnenfelsen jetzt auch nicht schlecht wäre. Nach einem mühsamen Aufstieg über vereiste Treppen sitzen wir schnell um den bollernden, glühenden Kamin herum und schwenken dampfende Socken durch den Gastraum. Auch der Rest der Truppe schafft es durch die stockfinstere Nacht glücklich zum Abendbrot auf den Berg. Und was noch viel wichtiger ist: nach dem reichlichen Mal schaffen es auch alle wieder glücklich hinunter.

Der nächste Morgen empfängt uns stürmisch, ein scharfer Wind weht uns gen Heimat. Nach einem letzten fröhlichen Frühstück geht ein viel zu kurzes Kopfdurchpuste-Wochenende mit Karate-Kind und Kegel zu Ende.

Wir danken Bernd und allen anderen, die bei der Organisation unserer Winterfahrt mitgeholfen haben!

Bilder zu klein, Bildschirm zu klein? Kein Problem: Download der Bilder als ZIP-Archiv.

Die Bilder können durch Anklicken vergößert werden.