Es ist doch immer wieder etwas Besonderes für einen Karateka, wenn die großen Meister aus Japan anreisen und man die Möglichkeit bekommt, bei ihnen zu trainieren. Sie beeindrucken uns mit ihrem Auftreten, ihren Bewegungen und vor allem mit ihrem Wissen, welches sie uns über das Karate vermitteln. Der Geist unserer Sportart, unserer Kampfkunst, ist auf einmal so präsent.
Dieses Gefühl eines solchen Erlebnisses kam wieder einmal auf, vom 22.07. bis 24.07.2011, beim JKD-Lehrgang hier in Berlin in der Paul-Heyse-Straße. Drei japanische Meister aus Tokyo wurden eingeladen. Und wenn ich Meister schreibe, ist das wiederum nicht ganz korrekt, denn ebenso war eine Meisterin unter ihnen dabei, die uns in der Kunst des Karate unterwies.
Zunächst war da Toshihito Kokubun, der bei den Japanern als eine herausragende Größe im Bereich des Kumite gilt. Dann hatten wir auch die Ehre, bei Yuki Abe trainieren zu dürfen, die bereits angesprochene Meisterin, welche vor allem im Bereich Kata zu den Besten in Japan zählt und dies auch an dem Wochenende eindrucksvoll demonstrierte. Schließlich trainierten wir ebenso bei Sensei Satoru Tobita, der uns nicht weniger als die anderen beiden inspirierte.
Insgesamt wurden den knapp 200 Teilnehmern des Lehrgangs sieben Trainingseinheiten während des Wochenendes geboten. Die Themen dieser Einheiten waren zahlreich: Für uns aus der Oberstufe ging es zu Beginn, unter Leitung von Sensei Tobita, vor allem um Kata-Bunkai, die Anwendungen einzelner Passagen aus verschiedenen Kata. Zur Mitte des Lehrgangs beschäftigten wir uns bei Sensei Kokubun mit diversen Situationen im Kumite. Und zum Abschluss verlangte uns Sensei Abe mit einem anstrengenden Kihon- und Kataprogramm noch einmal alles ab. Das letzte Training von der Japanerin war für mich persönlich ein echtes Highlight. Sie legte besonders Wert auf exakte Stellungen und dynamische Bewegungen. Doch viel auffälliger als die Inhalte war ihre Art des Trainings. Leidenschaftlich und motivierend trieb uns die kleine immer lächelnde Meisterin zu besseren Leistungen an.
Neben dem Training hatte der Veranstalter am Samstagabend eine Party für alle Teilnehmer des Lehrgangs organisiert. Mit einem reichhaltigen Buffet, musikalischer und tänzerischer Animation durch eine Taiko-Gruppe (japanische Trommelkunst) und einer Kenjutsu-Vorführung wurde ein gelungenes Wochenende gekrönt.
Alles in allem war es ein anstrengendes und ein sehr bereicherndes Lehrgangswochenende. Karatekas aus den verschiedenen Teilen Deutschlands trafen sich, um miteinander zu trainieren und voneinander zu lernen, im Geist des traditionellen Karate.
Ein großer Dank geht an die Veranstalter des JKD für die tolle Organisation. Ich wünsche mir, dass wir in Zukunft noch mehr solcher Lehrgänge haben werden.
Daniel Melde
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